Die Projektphasen
im Überblick

Das Projekt Neues Luzerner Theater wird in mehreren Etappen umgesetzt. Das Wettbewerbsverfahren wurde im Dezember 2022 mit der Publikation des Ergebnisses abgeschlossen. Seither stehen die Information der Öffentlichkeit und der Dialog über das Projekt im Vordergrund. Geplant ist, im Herbst/Winter 2023 eine Überarbeitung des Siegerprojekts «überall» vorzunehmen, bevor im Verlauf der ersten Jahreshälfte 2024 dem städtischen Parlament über das Ergebnis dieser Arbeit berichtet und zur Einleitung des nächsten Schrittes ein Antrag für einen Planungs- und Projektierungskredit gestellt wird.

 

Die einzelnen Projektphasen im Überblick:

  • Vorbereitung

Nach dem Testplanungsverfahren, mit welchem die Eignung des Theaterplatzes für einen Neu- oder Umbau untersucht wurde, gründeten die Stadt Luzern, der Kanton Luzern und die Stiftung Luzerner Theater mit verschiedenen Partnerorganisationen die Projektierungsgesellschaft Neues Luzerner Theater. Diese erarbeitete die Grundlagen für den Architekturwettbewerb, der im Herbst 2021 gestartet werden konnte. Hierfür sprach das städtische Parlament einen Kredit von 2.45 Mio. Franken; 1 Mio. Franken davon wurden von der Arthur-Waser-Stiftung zur Verfügung gestellt.

  • Wettbewerbsphase

Das Ergebnis des anonym durchgeführten Wettbewerbs wurde Mitte Dezember 2022 publiziert. Teilgenommen haben insgesamt 128 Projektverfassende aus der Schweiz, Europa und darüber hinaus. 12 Projekte wurden in der zweiten Wettbewerbsstufe vertieft geprüft. Die unabhängige Jury kürte das Projekt überall von Ilg Santer Architekten, Zürich, zum Siegerprojekt. Gegen das Wettbewerbs- und Jurierungsverfahren wurden anschliessend Beschwerden eingereicht. In seinem Urteil vom 9. Mai 2023 hat das Verwaltungsgericht des Kantons Luzern die Beschwerden in allen Punkten abgewiesen. Die Beschwerdeführenden wollen dieses ablehnende Urteil nicht an das Bundesgericht weiterziehen. Damit kann die Überarbeitungsphase starten.

  • Überarbeitungsphase

Die Überarbeitung des Projekts ist für das zweite Halbjahr 2023 geplant. Vorgesehen ist, das Projekt «überall» in einzelnen Punkten, die bereits das Preisgericht benannt hat, sowie hinsichtlich kontrovers diskutierter Aspekte zu überprüfen und allenfalls zu optimieren. Dabei geht es in erster Linie um die öffentliche Zugänglichkeit, den Aussenraum, die Saalgrössen sowie das Gastronomieangebot. Das Ergebnis dieser Überarbeitung wird mit dem Kreditantrag für die nächste Phase dem städtischen Parlament vorgelegt. Von Sommer 2023 bis zum genehmigten Projektkredit ist mit rund einem bis eineinhalb Jahren zu rechnen.

  • Projektierung

In dieser zwei- bis dreijährigen Phase wird das Projekt in allen Teilen und mit allen Details ausführungsreif geplant. Dadurch können die Kosten im Detail kalkuliert sowie die erforderlichen bau- und zonenrechtlichen Anpassungen formuliert und vorgenommen werden. Darauffolgend werden beim Grossen Stadtrat die Projektrealisierung, das Finanzierungskonzept und die dafür notwendigen Kreditmittel beantragt. Anschliessend findet die entscheidende Volksabstimmung in der Stadt Luzern statt.

  • Realisierung

Nach der Genehmigung durch den Grossen Stadtrat sowie der darauffolgenden städtischen Volksabstimmung wird das Neue Luzerner Theater in einer Bauzeit von rund zwei bis drei Jahren realisiert. Zum Abschluss dieser letzten Projektphase wird das Theatergebäude feierlich eröffnet und der Stiftung Luzerner Theater für den Betrieb übergeben.

Wettbewerb nach
SIA 142 – Preisgericht
und Expert*innen

Die Projektierungsgesellschaft entschied sich für die Durchführung eines offenen, zweistufigen und anonymen Projektwettbewerbs nach SIA 142. Damit konnte in der ersten Stufe ein breiter Fächer an guten Ideen für das Neue Luzerner Theater evaluiert werden. Für die zweite Stufe wurden die zwölf aus Sicht des Preisgerichtes vielversprechendsten Entwürfe weiter konkretisiert und ausgearbeitet. Der Projektwettbewerb wurde nach GATT/WTO international ausgeschrieben und war somit für alle interessierten Teilnehmenden offen. Das gesamte Jurierungsverfahren verlief streng anonym, d.h. den Mitgliedern des Preisgerichtes lagen keinerlei Anhaben über die Autoren- oder Autorinnenschaft der eingereichten Projekte vor. Diese Anonymität wurde erst nach dem Rangierungsentscheid des Preisgerichtes am 20. Oktober 2022 aufgehoben.

Sachpreisgericht mit Stimmrecht:

  • Beat Züsli, Stadtpräsident Luzern (Vorsitz)
  • Marcel Schwerzmann, Regierungsrat, Bildungs- und Kulturdirektor Kanton Luzern
  • Birgit Aufterbeck Sieber, ehem. Präsidentin Stiftung Luzerner Theater (bis 30. Juni 2022)
  • Ina Karr, Intendantin Luzerner Theater
  • Numa Bischof Ullmann, Intendant Luzerner Sinfonieorchester
  • Michael Häfliger, Intendant Lucerne Festival
  • David Keller, Vertreter Stiftung Neues Theaterhaus 

Ersatz Sachpreisgericht mit Stimmrecht

  • Rosie Bitterli, Projektleiterin Neues Luzerner Theater (Ersatz öffentliche Hand Stadt)
  • Karin Pauleweit, Dr. phil., Leiterin Dienststelle Hochschulbildung und Kultur Kanton Luzern (Ersatz öffentliche Hand Kanton)
  • Peter Klemm, ehem. Technischer Direktor Luzerner Theater (1. Ersatz Luzerner Theater)
  • Anja Meyer, Komitee der Freunde Luzerner Theater (2. Ersatz Luzerner Theater)

Fachpreisgericht mit Stimmrecht

  • Patrick Gmür, Architekt ETH SIA BSA, Steib Gmür Geschwentner Kyburz, Zürich (Fachvorsitz)
  • Jette Cathrin Hopp, Dipl.-Ing. Arch., Architect MNAL, Snøhetta, Oslo
  • Jörg Friedrich, Professor für Entwurf und Architekturgeschichte, PFP Planungs GmbH, Hamburg
  • Arno Lederer, Professor für Architektur, LRO Lederer -Ragnarsdóttir Oei GmbH & Co.KG, Stuttgart
  • Annette Gigon, Prof. für Architektur ETHZ, Dipl. Architektin ETH BSA SIA, Gigon Guyer, Zürich
  • Anna Jessen, Prof. Dipl. Architektin ETH BSA, jessenvollenweider Architektur, Basel
  • Andi Scheitlin, Dipl. Architekt ETH SIA BSA, Luzern
  • Pascal Hunkeler, Dipl. Architekt ETH SIA, Stadtarchitekt Luzern
  • Rita Illien, Dipl. Landschaftsarchitektin HTL, Müller Illien Landschaftsarchitekten, Zürich

Ersatz Fachpreisgericht mit Stimmrecht:

  • Ursula Hürzeler, Dipl. Architektin ETH SIA BSA, Rahbaran Hürzeler Architekten, Basel
  • Max Bosshard, Dipl. Architekt ETH SIA BSA, Bosshard Luchsinger Architekten AG, Luzern

Berater*innen und Expert*innen ohne Stimmrecht

  • Peter Klemm, ehem. Technischer Direktor Luzerner Theater (1. Ersatz Luzerner Theater)
  • Anja Meyer, Komitee der Freunde Luzerner Theater (2. Ersatz Luzerner Theater)
  • Gabriela Christen, Prof. Dr., ab 01. Juli 2022 Präsidentin Stiftung Luzerner Theater
  • Stefan Vogel, Betriebsdirektor / COO Luzerner Theater
  • Deborah Arnold, Co-Leiterin Stadtplanung Luzern
  • Sibylle Sautier und Mirjam Luder, Umwelt-/ Klimaschutz Stadt Luzern
  • Roger Schürmann, Bereichsleiter Projekte, Tiefbauamt der Stadt Luzern
  • Cony Grünenfelder, Kantonale Denkmalpflegerin Kanton Luzern
  • Philipp Zingg, Präsident Theaterclub Luzern
  • Gianluca Pardini, Geschäftsleitung IG Kultur Luzern
  • Manuel Kühne, Vertreter t. Zentralschweiz, freie Theaterschaffende
  • Markus Schulthess, Co-Präsident, Quartierverein Hirschmatt-Neustadt Luzern
  • Hanspeter Herzog, Vertreter Quartierverein Kleinstadt Luzern
  • Zwei Vertreterinnen Jugendparlament der Stadt Luzern
  • Karlheinz Müller, Raumakustik, München
  • Hans-Jörg Huber, Bühnentechnik, Horgen
  • Rafael Saupe, desillusion Gastronomiekompetenz und Beratung, Zürich
  • Marco Ingold, Dipl. Ing. HLK, PEP Ingenieure AG, Luzern
  • Martin Scherer, Dipl. Bauingenieur ETH / SIA, Emch+Berger WSB AG, Emmenbrücke
  • James Bassett, MSc. Fire Protection Engineer, SafeT Swiss AG, Glattbrugg
  • Patrick Ernst, Dipl. Arch. FH / SIA, MAS Energieingenieur Gebäude, brücker+ernst gmbh sia, Luzern
  • Kurt Messmer, Prof. em. Dr. phil., Historiker, -Luzern / -Emmenbrücke
  • Roger Gort, Büro für Bauökonomie AG, Luzern
  • Edith Portmann, Büro für Bauökonomie AG, Luzern

Jurierung

Das Preisgericht und der Grossteil der Expertinnen und Experten traten an insgesamt fünf Tagen zusammen, drei davon im Frühling 2022 zur Beurteilung der Arbeiten in der ersten Wettbewerbsstufe und zwei im Oktober 2022 zur Beurteilung der Arbeiten aus der zweiten Stufe. Die Expertinnen und Experten, vor allem aus spezifischen Fachgebieten wie Theaterbetrieb, Akustik, Szenografie sowie Architektur, Städtebau, Konstruktion, Materialisierung, Verkehr, Wirtschaftlichkeit, Energie etc., hatten die Projekte jeweils eingehend vorgeprüft. Sie berichteten über ihre Erkenntnisse und brachten diese in die Diskussion des Preisgerichtes ein.

Neben dem Siegerprojekt überall rangierte das Preisgericht  folgende fünf Projekte: Sigrid (Rang 2), Guidecca (Rang 3), Harlekin (Rang 4), Kabuki (Rang 5) und le petit prince (Rang 6).

Alle 128 Projekteingaben der ersten Wettbewerbsstufe finden Sie hier.

Juryraum, fotografiert von Pius Amrein

Film zur Jurierung

Die Projektierungsgesellschaft hat den Jurierungsprozess videografisch dokumentieren lassen. Der rund 25-minütige Film vermittelt der interessierten Öffentlichkeit einen Eindruck davon, wie die Jury arbeitete, welche Personen mitgewirkt haben und welche Themen rund um das Neue Luzerner Theater diskutiert wurden.

Film: Voltafilm

Zweite Wettbewerbsstufe

Ilg Santer Architekten

überall (Rang 1)

Fruehauf, Henry & Viladoms, Lausanne

Sigrid (Rang 2)

Knapkiewicz & Fickert AG, Zürich

Giudecca (Rang 3)

COMAMALA ISMAIL ARCHITECTES, Delémont

Harlekin (Rang 4)

Graber Pulver Architekten AG, Zürich

Kabuki (Rang 5)

ARGE Cometti Truffer Hodel Architekten AG, Luzern, Gut Deubelbeiss Architekten AG, Luzern

le petit prince (Rang 6)

Burkard Meyer Architekten BSA AG, Baden

Odeon

Riken Yamamoto & Field Shop, Zug und DEON AG, Luzern

Der Luzerner Balkon

Caruso St John Architects AG, Zürich

return to forever

Roman Hutter Architektur GmbH, Luzern

Theaterhof

Graber & Steiger Architekten ETH/BSA/SIA GmbH, Luzern

VORHANG AUF!

FRES ARCHITECTES LAB, THONEX (Genf)

Willhelm Tell